Osterkonzert: Joseph Haydn – „Die sieben letzten Worte des Erlösers am Kreuz“ op. 51

Joseph Haydns „Die sieben letzten Worte des Erlösers am Kreuz“ op. 51 zählt zu den ergreifendsten geistlichen Instrumentalwerken der Klassik. Ursprünglich 1786 als Meditationsmusik für die Karfreitagsliturgie in Cádiz entstanden, entfalten die sieben langsamen Sätze – eingerahmt von einer feierlichen Introduktion und dem dramatischen Schlussstück „Il Terremoto“ – eine außergewöhnliche Tiefe und spirituelle Kraft. In der Fassung für Streichquartett, die Haydn selbst erstellt hat, tritt die intime, kammermusikalische Intensität des Werkes besonders eindrucksvoll hervor.

Das Erichson-Quartett knüpft mit seiner Aufführung an eine langjährige Tradition an, die das Ensemble seit 2014 prägt. Gegründet aus der Idee heraus, Haydns „Sieben Worte“ jedes Jahr neu zu interpretieren und jungen Musikerinnen und Musikern dabei wertvolle Bühnenerfahrung zu ermöglichen, wurde das Quartett 2025 neu belebt und setzt seine musikalische Reise nun mit einer frischen Besetzung fort. Mit großer Hingabe widmen sich die Musikerinnen und Musiker der Wiener Klassik und bringen Haydns tief berührendes Werk in seiner klarsten, konzentriertesten Form zum Klingen.

 

JOSEPH HAYDN

(1732 – 1809)

„DIE SIEBEN LETZTEN WORTE

DES ERLÖSERS AM KREUZ“

51

Fassung für Streichquartett

INTRODUZIONE

Maestoso ed Adagio

SONATA I

Largo

„Pater, dimitte illis, quia nesciunt, quid faciunt“

“Vater, vergieb Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

SONATA II

Grave e Cantabile

„Hodie mecum eris in Paradiso“

“Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.“

SONATA III

Grave

„Mulier, ecce filius tuus“

“Mutter, dies ist dein Sohn.“

SONATA IV

Largo

„Deus meus, Deus meus, utquid derelequisti me?“

“Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

SONATA V

Adagio

„Sitio“

“Mich dürstet.“

SONATA VI

Lento

„Consummatum est“

“Es ist vollbracht.“

SONATA VII

Largo

„In manus tuas, Domine, commendo spiritum meum

“In deine Hände, Herr, lege ich meinen Geist.“

IL TERREMOTO

(Das Erdbeben)

Presto e con tutta la forza

 

Haydn hat das Werk 1786 auf Bestellung eines Domherrn in Cadiz geschrieben. Es handelt sich dabei um eine Meditationsmusik, wobei jedes der sieben Worte in einer Sonate musikalisch ausgedeutet wird. Die “Sieben Worte” gehören zu den bekanntesten Kompositionen Haydns; es existieren drei Fassungen, die ursprüngliche Orchesterfassung, ein von Haydn selbst gefertigtes Arrangement für Streichquartett, das bei diesem Konzert zu hören sein wird, und eine Oratorienfassung, die wesentlich später entstanden ist. Es handelt sich um 7 Sonaten, alle im langsamen Tempo, denen eine Einleitung vorangestellt ist. “Das Erdbeben” ein kurzer Instrumentalsatz schließt das Werk. Haydn schreibt dazu : “..Jedwede Sonate …ist bloß durch Instrumentalmusik dergestalten  ausgedrückt, daß es den unerfahdendsten und tiefsten Eindruck in Seiner Selle erwecket.” Noch heute vermag diese Musik eine tiefe Wirkung zu vollbringen.

Das Erichson-Quartett, gegründet 2014 von Y. Shibata, S. Techritz und D. Ferreira, hat seine Wurzeln in den jährlichen Aufführungen von Joseph Haydns „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz“ in mehreren Berliner Kirchen. Ein besonderes Merkmal dieser Tradition war der jährlich wechselnde 2. Violinpart, der von Studierenden von Yoshiaki Shibata übernommen wurde, um ihre Talente zu fördern und ihnen wertvolle musikalische Erfahrungen zu bieten. Dank der Förderung durch Dr. Treiber und seinem Verein „Konzerte in Schlössern“ wurde diese Tradition in 2025 wiederbelebt und, mit vier weiteren Aufführungen von Haydns „Die sieben letzten Worte“, das Erichson-Quartett neu ins Leben gerufen.

Mit Werken der Wiener Klassik setzt das Quartett seine musikalische Reise fort, getragen von tiefer Verbundenheit, die durch die individuellen Erfahrungen und Entwicklungen jedes Einzelnen und dem neu besetzten Violinpart nun bereichert wird.

Violine 1: Runa Kimura ist eine hochbegabte Geigerin aus Hiroshima, Japan. Sie studierte an der Tokyo University of the Arts und am Conservatorium van Amsterdam, wo sie ihr Masterstudium mit höchster Auszeichnung abschloss. Derzeit studiert sie an der Universität der Künste Berlin und spielt als Akademistin im Orchester der Komischen Oper Berlin. Runa erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter den 1. Platz beim XIII Amigdala International Music Competition und den Giuseppe-Tartini-Preis beim Claudio Simone International Competition 2022. Auch in Japan wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Sakura Pia Grand Prize und erhielt dort mehrere Stipendien für ihre außergewöhnlichen künstlerischen Leistungen.

Violine 2: Fumika Sasaki in Osaka geboren, wuchs in Japan und in Deutschland auf. Sie gewann zahlreiche nationale und internationale Preise unter anderem bei Jugend Musiziert, beim Fukuyama Music Competition (Hiroshima, Japan) und Gifu International Music Competition (Gifu, Japan), sowie in 2023 den ersten Preis in den Kategorien Solo und Kammermusik bei Amigdala International Music Competition (Sizilien). Seit Oktober 2022 studiert sie an der Universität der Künste Berlin bei Yoshiaki Shibata. Dort trat sie im Juli 2023 als Solistin mit dem Orchester der Universität auf.

Viola: Yoshiaki Shibata, geboren 1972, kam 1988 als junger, außergewöhnlich begabter Solist von Tokyo nach Berlin. Er ist Lehrbeauftragter für Violine an der Universität der Künste Berlin und war Mitbegründer sowie Künstlerischer Leiter des Neuen Sinfonieorchesters Berlin. Er studierte an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Koji Toyoda (Violine) und Prof. Ingeborg Peukert (Klavier), später bei Prof. Thomas Brandis. Sein Studium setzte er an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden fort, wo er 1997 sein Konzertexamen mit Auszeichnung ablegte. Als Solist wurde er von Violin-Legenden wie der verehrten Ida Händel und Ruggiero Ricci zur Meisterschaft geführt. Shibata beherrscht ein breites Repertoire von der Früh-Klassik bis zur Moderne und gibt nun seine Erfahrungen und Expertise mit Leidenschaft an seine Studenten weiter. Er ist gefragter Dozent und Juror bei  internationalen Meisterkursen und Wettbewerben.

Violoncello: Sabine Techritz 1973 in Ost-Berlin geboren, begann mit 8 Jahren Cello zu spielen. Das Studium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin bei Michael Sanderling wurde an der Spezialschule für Musik „Hanns Eisler“ (heute C.Ph.E.Bach-Gymnasium) bei Sabine Andert vorbereitet.  Die Weimarer Sommerkurse bei Prof. Gerhard Mantel (Frankfurt/Main) ließen den Wunsch wachsen, zu unterrichten und Gelerntes weiterzugeben. Während des Studiums sammelte sie Orchestererfahrungen in der Staatskapelle Berlin an der Staatsoper Unter den Linden. Von 2003 bis 2007: Solocellistin beim 2003 gegründeten NSOB – Neues Sinfonieorchester Berlin, Konzerte mit dem E.T.A.-Hoffmann-Kammerorchester und Aushilfe im Filmorchester Babelsberg. Seit 2007 unterrichtet sie große und kleine Cello-begeisterte und widmet sich der Kammermusik in verschiedenen Besetzungen

Das Erichson-Quartett musiziert auf Instrumenten, die von den renommierten Geigenbauern Christian und Roland Erichson aus Hannover und Kassel liebevoll betreut und teilweise selbst gebaut wurden (Violoncello: Roland Erichson, Viola: Christian Erichson). Die beiden Brüder sind für ihre wertvollen Instrumente bekannt und genießen unter Profimusikern einen exzellenten Ruf.

Datum

02 Apr 2026

Uhrzeit

16:00 - 18:00

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Standort

Schlosskirche
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