Die Fördergesellschaft

Großes Engagement für das Schlossgut

 

Die Fördergesellschaft Schlossgut e.V. hat sich seit Beginn der Sanierungsarbeiten des Schlossgutes dafür eingesetzt, für zusätzliche Highlights und Förderung zu sorgen. So haben die Mitglieder der Gesellschaft in beispiellosem Engagement für einen neuen Kronleuchter in der Schlosskirche gesorgt, dessen Kristalle man heute in der in der Kirche funkeln sehen kann. Auch für das Läutewerk des Sakralbaus hat die Fördergesellschaft gesammelt. Gerade übergeben wurde auch das Bronzemodell des einstigen Schlosses, gegossen von Wilfried Hann in Wegendorf. 

Aber die EhrenamtlerInnen werden nicht müde, dem Projekt zu helfen – aktuelle Infos gibt es hier auf der Webseite des Vereins: https://fördergesellschaft-schlossgut.de

Die Geschichte der Schlosskirche

 

Die Schlosskirche war einst Bestandteil des vom Freiherrn Otto von Schwerin im Alten Landsberg 1658 bis 1673 erbauten Schlosses. Er war erster Staatsmann des „Großen Kurfürsten" Friedrich Wilhelm und hatte wesentlichen Anteil an der Wiederherstellung von Wirtschaft und Staatswesen in Brandenburg nach dem 30-jährigen Kriege. Er war, wie auch der Kurfürst, strenggläubiger Calvinist. Zur Überwindung der Bevölkerungsverluste hatte er zu dieser Zeit viele Einwanderer, vorwiegend „Reformierte" aus der Pfalz, aus der Schweiz und Frankreich auf seiner Herrschaft Alten Landsberg angesiedelt und in der Stadt 22 verwaiste Bürgerstellen für sie erworben. Die 1657 als Privatstiftung von ihm gegründete Evangelisch-Reformierte Gemeinde fand sich erstmals 1660 mit ca. 30 Mitglie­dern zusammen und hatte ab 1661 auch einen eigenen Prediger. Im oberen Saal vom Nordflügel seines Schlosses erhielt sie eine eigene Kapelle mit dem Blick auf die Berliner Straße (dort wo sich heute die Schauruine befindet). Bei ihrer Weihe im August 1662 waren der Kurfürst und seine Gemahlin, Louise Henriette von Oranien, mit dem Hofstaat zugegen.

 

Nach einigen Jahren war die Reformierte Gemeinde so umfangreich, dass der Neubau einer Hallenkirche notwendig wurde. Diese wurde dem Schlosse 1671 an der Westseite des inzwischen als Domizil für die Söhne des Kurfürsten vollendeten Südflügels angefügt. Grundriss und unteres Mauerwerk der heutigen Schlosskirche stammen aus dieser Zeit. Sie war nach jüngsten Erkenntnissen vormals ein Sichtziegelbau, unterkellert und von einer damals tiefer gelegenen Ebene zugänglich, wahrscheinlich auch von der West­seite her, wo sich noch heute unverändert der in der Gestaltung dem holländischen Einfluss zuzuordnende Sandsteinrahmen eines Portals befindet. Eine Treppe hinab in den bauzeitlichen Gruft-Keller wurde an der Südseite des Saales ca. 50 cm unter dem heutigen Fußboden bei der Sanierung wieder entdeckt. 

 

Nach dem Erwerb des Schlosses und der Schwerin'­schen Güter 1708 durch König Friedrich 1. ist der Kirchenbau für die nunmehr ca. 800-Seelen-Gemeinde als Bestandteil des Schlosses verputzt und außen gleich diesem neu gestaltet worden. 

Die Entwürfe dazu stammen von dem damals maßgebli­chen Architekten Eosander und wurden vom hier ansäs­sigen Bauingenieur Nuglisch umgesetzt. Durch den Schlossbrand von 1757 wurde auch die Kirche bis auf das stabilere Mauerwerk zerstört. Der Wiederaufbau unter Verwendung von Materialien aus dem Abbruch des Schlosses - verzögerte sich wegen des ?-jährigen Krieges bis zur Einweihung 1768. Dabei wurden Fens­ter- und Portal-Anordnungen verändert, das Kellerge­wölbe zugeschüttet, sowie das „Schwerin-Portal" (seit 1662 im Nordflügel) und das „Königsportal" (mit Adler und Königskrone von 1709) an die Stelle der heutigen Zugänge verlegt.

 

Es entstanden die beiden seitlichen Emporen, Altar und Kanzel wurden erneuert und 1770 auf der östlichen Empore die Orgel eingefügt. Ein Glockenturm wurde auf dem stadtseitigen Vorbau als Fachwerk mit Ziegelverblendung und in einer der Stadtkirche vergleichbaren Höhe errichtet. Er war instabil und musste 1802 durch den heutigen, verkürzten Turm ersetzt werden.

Von den 3 ursprünglich vorhandenen, wegen der Brandschäden 1767 umgegossenen Glocken wurden 2 im 1. Weltkrieg eingeschmolzen.

 

Das noch verbliebene, korrodierte Werk der Turmuhr dürfte von 1802 stammen. Mit den großzügigen Stuckaturen aus der Instandsetzung 1896 wurde die künstlerische Einheit von Wand und Decke erreicht.

Seit dem 17.Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren die Schlosskirche und der ihr zugehörige Gebäudekomplex der Bernauer Straße religiöses und soziales Zentrum der Evangelisch-Reformierten Gemeinde von Altlandsberg und Umgebung. Die enge örtliche Nach­barschaft von 2 evangelischen Gotteshäusern kennzeichnet auch ein über 3 Jahrhunderte währendes enges Nebeneinander zweier Konfessionen im bürgerschaftlichen Zusammenleben. Diese Konstellati­on ist für Brandenburg einmalig. Die Schlosskirche war beim Umbau der Stadtkirche 1893/94 sowie bei deren Renovierung um 1970 Gotteshaus für beide Konfessionen. Als Eigentum des preußischen Staates seit 1708 fiel sie mit dessen Auflösung 1947 dem territoria­len Rechtsnachfolger zu. Sie wurde bis 1979 für Gottesdienste der Reformierten Gemeinde Köpenick/Alt­landsberg genutzt. 1979 war sie bereits weitgehend ausgeräumt und anschließend in das benachbarte LPG-Zentrum als Lagerraum einbezogen. Ihr Bauzustand war durch Vernachlässigung so gefährdet dass 1983 staatlicherseits umfangreiche Dach- und Fassadenreparaturen durchgeführt werden mussten. Zur nachfolgenden Nutzung als Großwerkstadt für Kirchenfensterbau und Fassaden-Mosaik-Gestal­tung, in Regie des Bezirks Frankfurt/Oder, wurden in das total vom Innenleben befreite Gebäude eine Zwischen­decke eingezogen und die untere Etage in Funktions­räume segmentiert. Von 1984 bis 2009 war sie künstleri­sche Produktionsstätte. 1990 wurden Firma und Liegenschaft privatisiert und vom bisherigen Leiter, Herrn Stugis unter Konzentration auf den Kirchenfensterbau bis zu dessen Ausscheiden aus dem Berufsleben weiter geführt und instandgehalten. 2008 erwarb die Stadt das Anwesen zur öffentlichen kulturellen Nutzung, die mit dem Abschluss der von der Stadt Altlandsberg durchgeführten und von Bund und Land geförderten Totalsanierung ab 2015 erfolgt.

 

Kontakt:

Fördergesellschaft

SCHLOSSGUT ALTLANDSBERG e.V.

Krummenseestr. 1 15345 Altlandsberg

 

Ansprechpartner:

Detlef Börold

E-Mail: detlef.boerold@bruchmuehle.de

 

Texte: Prof. Dr. Hartmut Niedrich

Fotos: Archiv im Heimatverein Altlandsberg e.V.

 

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